Alwar - Forts Bala Qila - Geschichte und Sehenswürdigkeiten

Alwar
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Alwar

Die kleine Metropole des gleichnamigen ehemaligen Fuerstentums liegt etwa auf halbem Wege zwischen Delhi und Jaipur am Rande der Aravallikette, umgeben von Huegelketten und fruchtbaren Tälern. Die Geschichte reicht weit zurück in mythische Vorzeit, soll doch hier einer der Schauplätze der Auseinandersetzung zwischen den Pandavas und Kauravas gelegen haben, den berühmten Akteuren des Mahabharata.

Die Gründung als eigenständiges Fürstenturm erfolgte aber erst 1771 durch Rao Pratap Singhji von Macheri, der sich von der Vorherrschaft Jaipurs löste, die Jats 1774 aus der Stadt Alwar vertrieb und seinen Einflußbereich durch geschicktes Paktieren mit den Moguln rasch ausweitete. Sein Nachfolger Bakhtawar Singhji (1781-1815) erkannte rechtzeitig die Zeichen der Zeit und schlug sich zu Beginn des 19. Jh. Auf die Seite der Briten, die er 1803 im Kampf gegen die Marathen, unter denen auch die Fürstentümer Rajasthans zu leiden hatten, tatkräftig unterstützte. Zudem unterwarf er sich als einer der ersten Herrscher freiwillig der britischen Oberhoheit. Als Lohn winkten die Unabhängigkeit, der Titel des Maharajas und das luxuriöse Leben fern jeder politischen und militärischen Verantwortung. Ungehemmter Genuß and Zurschaustellung des Reichtums waren nunmehr Lebensinhalt der Maharajas. Vor allem der berüchtigte Jai Singh (1892-1937) tat sich hier unrühmlich hervor. Seine Vorliebe für luxuriöse Autos mag man ja noch teilen, kaum jedoch die Angewohnheit, Kinder als Köder für seine Tigerjagden zu verwenden oder ausschweifende Orgien zu feiern, bei denen es Tote gegeben haben soll. Als er bei einem Poloturnier sein Pferd aus Zorn mit Benzin übergoß und anzündete, hatte er den Bogen Überspannt und wurde von den Briten ins Exil verbannst.

Die Palastanlage liegt leicht erhöht zu Füssen des Forts Bala Qila am Nordostrand Alwars. Die von einer fast 5 km langen Mauer umschlossene, 300 m über der Stadt thronende Festung, die bereits im 16. Jh. Von den Khanzadarajputen auf den Fundamenten einer noch älteren Lehmburg errichtet wurde, dient heute als Funkanlage und ist nur mit Erlaubnis der Polizei  zugänglich.

Der Stadtpalast Vinay Vilas vermag weniger durch seine Architektur zu beeindrucken, die sich an den Palästen von Orchha und Bharatpur orientiert, als vielmehr durch die einzigartige Kulisse, die unseren romantischen Vorstellungen von Indien am ehesten entspricht, die steile braune Felswand der Berge, das Blaugrün des Wassers im großen, rechteckigen Stauteich (Tank), die verspielt wirkenden Chattris auf Plattformen im See, die Front des Palastes mit seinen Erkern, geschwungenen Dächern und zerbrechlich wirkenden Streben – alles ein wenig vom morbiden Hauch der Vergänglichkeit umweht. Heute beherbergt der Palast Büros der Stadtverwaltung und ein Museum, in dessen einzigartiger Sammlung erlesener Stücke sich Luxus, aber auch Dekadenz vergangener zeit widerspiegeln. Zu den herausragenden Exponaten zählen eine von Vinaza Singh in Auftrag gegebene Kopie (19. Jh.) des 1258 erschienenen persischen Gulistan (Rosengarten), Für die der Kopist 15 Jahre benötigt haben soll.  Miniaturarbeiten von Krishna und Radha aus den Schulen von Bundi und Alwar, außerdem Schwerter, die den Mogulherrschern Akbar und Aurangzeb zugeschrieben werden. Man kann aber auch einen Tisch aus massivem Silber bewundern, Fliegenwedel aus Sandelholz und das Mahabharata in Miniaturschrift. In der nicht zugänglichen, um die Mitte des 19. Jh. Entstandenen großen, reich ausgeschmückten Darbarhalle kommt bereits die Imitation europäischer Palastanlagen mit ihren großen Sälen zum Ausdruck – charakteristisch für die späteren Rajputenpaläste.

Am Südrand des Tanks liegt das 1815 entstandene Kenotaph des Maharajas Bakhtawar Singhji und seiner Gemahlin Moosi Rani, die als Sati mit ihm verbrannt wurde. Der aus Sandstein und Marmor bestechende Bau ist, wie auch die Gestaltung des angrenzenden Tanks, ein schönes Beispiel für dir Gestaltung des angrenzenden Tanks, ein schönes Beispiel für die Rajaputenarchitektur in ihrer letzten, bereits manieriert wirkenden Phase.

Die Hauptstadt Rajasthan (ca. 2 Mio. Einwohner), wegen ihrer unzähligen, in Rosa tönen gehaltenen Bauten auch Pink City genannt, gehört sicherlich zu den sehenswertesten Städten Indiens und verdient mit ihren zahlreichen großartigen Beispielen Kunstschaffens durchaus einen längeren Aufenthalt.  

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